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Malta

Als Europa auf einer Insel gerettet wurde: die Große Belagerung von Malta

Malta, Mai–September 1565 · Die Schlacht, die den Westen rettete

14. März 2026 · 12 Min.
Als Europa auf einer Insel gerettet wurde: die Große Belagerung von Malta

Im Sommer 1565, auf einer kargen Insel von kaum 316 km² im Zentrum des Mittelmeers, hielten einige hundert christliche Ritter und Soldaten den größten militärischen Aufwand des Osmanischen Reiches auf. Was dort in jenen vier Monaten des Feuers, Blutes und blinden Glaubens geschah, rettete nicht nur Malta: es rettete Europa.

Suleiman I. und die Wette des Jahrhunderts

Im Frühjahr 1565 entfesselte Sultan Suleiman I. der Prächtige — derselbe Mann, der Rhodos, Budapest und Bagdad erobert hatte — auf der kleinen Insel Malta die mächtigste Armada, die das Mittelmeer seit Generationen gesehen hatte: zweihundert Kriegsschiffe, vierzigtausend Mann, die besten Generäle des Osmanischen Reiches. Der Grund für den Angriff war klar: Malta, regiert vom Hospitaliterorden der Johanniter, war der Schlüssel zum westlichen Mittelmeer. Wenn Malta fiel, lag der Weg nach Sizilien, Italien und ins Herz Europas offen.

Jean Parisot de La Valette: der alte Löwe

Gegen vierzigtausend osmanische Soldaten konnte Malta kaum achttausend Mann aufbieten. Der Mann, der diese unmögliche Verteidigung führen musste, war Großmeister Jean Parisot de La Valette, ein edler französischer Ritter mit einundsiebzig Jahren, der mehr als ein halbes Jahrhundert lang den Islam zu Land und zu Meer bekämpft hatte und türkische Sklaverei aus erster Hand kannte — er hatte ein Jahr als Galeerensträfling an den Rudern einer osmanischen Galeere verbracht. La Valette war kalt, unerbittlich, tief religiös und militärisch brillant. Als seine Kapitäne vorschlugen, die am schwächsten verteidigten Stellungen aufzugeben, antwortete er mit einem Satz, der in die Geschichte des Belagerungswesens einging: Die Ritter von Malta ergeben sich nicht und weichen nicht zurück.

Das Martyrium von Fort Sant'Elmo

Am Samstag, dem 23. Juni 1565, als die letzten Verteidiger von Sant'Elmo sich nicht mehr aufrecht halten konnten, nahmen die Türken das Fort. Von den sechshundert Männern, die es verteidigt hatten, überlebte keiner. Mustafa Pascha, wütend über den Preis, den er für jene kleine Festung bezahlt hatte, ließ die Leichen der Ritter verstümmeln und kreuzförmig ins Meer werfen — als Botschaft an den Großmeister. La Valette antwortete, indem er alle türkischen Gefangenen köpfen und ihre Köpfe als Kanonenkugeln in das feindliche Lager schießen ließ.

Die Große Entsatztruppe und der Rückzug

In der Nacht vom 6. auf den 7. September landete Don García de Toledo lautlos die spanische Große Entsatztruppe: rund neuntausend frische Soldaten. Am 8. September, dem Fest der Geburt der Jungfrau Maria, waren alle Munitionsvorräte in der Stadt. Am 9. September war kein türkischer Soldat mehr in den Gräben. Am 10. gingen die Malteser und die Entsatzsoldaten frei über ein Gelände, das vier Monate lang ein Schlachtfeld gewesen war.

Die Osmanen hatten zwischen zwanzig- und fünfundzwanzigtausend Mann verloren. Die «unbesiegbare Armada» von Sultan Suleiman I. kehrte besiegt, gedemütigt und dezimiert nach Istanbul zurück. Malta, mit nur einer Handvoll Männer, hatte den größten militärischen Aufwand des Osmanischen Reiches im westlichen Mittelmeer aufgehalten. Europa atmete wieder auf. Diese Errungenschaft inspirierte die Bildung der Heiligen Liga, die sechs Jahre später den Türken die entscheidende Niederlage bei Lepanto (7. Oktober 1571) zufügen sollte.

✠ David S. Matrecano · Autor von «Malta: Die Große Türkisch-Muslimische Belagerung von 1565»
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